Mit dieser Prophezeiung meines Großvaters kam ich 1959 auf der Insel Föhr zur Welt. Der Schritt ins Handwerk folgte aber erst nach dem Abitur und Zivildienst, dann allerdings mit aller Konsequenz:
Es war schon damals ein sehr ungewöhnliches Anliegen, sich in der Kunst des Maßschuhbaus ausbilden zu lassen. Dann aber an den in Deutschland Letzten seiner Zunft, einen wahren Meister des Metiers zu geraten, war unglaubliches Glück - auch und gerade, weil der gebürtige Ungar Harai enorm hohe Anforderungen an seine Auszubildenden stellte. Das bedeutete, die Grundlagen und Finessen des ungarischen Schuhbaus wirklich von der Pike auf zu lernen - und zu beherrschen.
Nach dreijähriger Lehre, einem Gesellenjahr und einem handfesten Streit mit dem alten Harai beschloss ich, bei John Lobb in London um Arbeit nachzufragen. Und es war wie ein Traum, der sich zu erfüllen begann: Ich sollte mir sofort einen "Workshop" einrichten und sobald wie möglich die Arbeit aufnehmen, riet mir der Großmeister.